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 Schulsystem

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Mirinae

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BeitragThema: Schulsystem   Di 07 Jun 2016, 20:00


Das Schulsystem
in Südkorea

Das koreanische Schulsystem folgt einer 6-3-3-4-Struktur: sechs Jahre Grundschule (bzw. Elementarschule), drei Jahre Mittelschule, drei Jahre Oberschule und vier Jahre Universität bis zum Bachelor-Abschluss. Im Gegensatz zu Deutschland ist der Bildungsbereich in Korea trotz Provinzen zentralisiert. So wird die koreanische Reifeprüfung Suneung landesweit am selben Tag, in der selben Zeit, mit denselben Fragen und derselben Fächerabfolge abgehalten. Fächermäßig liegt der Schwerpunkt durch alle Schulstufen hindurch auf Koreanisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften und Englisch. Eine weitere Besonderheit des Systems ist, dass alle Schulen in Korea Hochgeschwindigkeits-Internetzugang von der Grundschule bis zur Oberschule bieten. Die Investitionen in solche unterstützenden Lernmittel sollen unter anderen dazu dienen, das Gefälle zwischen Stadt und Land auszugleichen, ebenso das Gefälle zwischen den einzelnen Schichten der Bevölkerung, da Bildung in Korea teuer ist. Eine weitere Bemühung in diesem Kontext ist der Bildungssender EBS, der quasi rund um die Uhr für alle Klassenstufen und relevanten Fächer TV-und Radiounterricht anbietet. Die Sendungen sind natürlich auch per Internet abrufbar und man kann auch per Internet Fragen stellen, zum Teil in Echtzeit. Zu den Sendungen gibt es auch preisgünstiges Begleitmaterial in den Buchhandlungen.

Das Schuljahr unterteilt sich in Korea in zwei Halbjahre. Das erste Schulhalbjahr beginnt Anfang März und endet Mitte Juli, das zweite Schulhalbjahr beginnt Ende August und endet Mitte Februar. Dazwischen sind Ferien, die bis auf wenige Tage Spielraum landesweit gleichzeitig beginnen und enden. Über die Ferien gibt es in der Regel Hausaufgaben, und zwar schon ab der Grundschule. Die meisten Kinder besuchen auch während der Ferien ein Hakweon, also eins der privaten Lerninstitute, wo sie sich vorbereiten, nachbereiten und auch Tests machen. Die meisten besuchen Unterricht für Mathematik und Englisch. Sitzenbleiben kann man im koreanischen Schulsystem nicht.

Kindergarten
Schon im Kindergarten werden Kinder von Privatlehrern mit speziellen Lernförderprogrammen, mit denen spielerisch visuelles Wahrnehmungsvermögen, aber auch Sprachentwicklung und sogar Lesen und einfaches Rechnen, trainiert. Mit drei oder vier Jahren geht das Kind dann in den Kindergarten, eine verpflichtende Vorschule gibt es keine, sie ist quasi in den Kindergarten integriert. Die Kindergärten werden zum Teil von öffentlichen Trägern wie Kommunen oder Kirchen getragen, sind aber meist privat. Eine Besonderheit der koreanischen Kindergärten ist, dass die Kinder im letzten Jahr meist schon lesen und schreiben und zum Teil auch rechnen lernen, von Englisch mal ganz abgesehen. Viele koreanische Kindergärten, vor allem in den reicheren Vierteln Seouls, bieten heute einige Wochenstunden Englischunterricht durch Muttersprachler an. Neben dem Kindergarten lernen die Kleinen in ihrer Freizeit oft ein Instrument, meist Klavier oder Geige, und gehen zum Sport, hier sind Schwimmen oder Taekwondo aber auch andere Sportarten beliebt.

Grundschule
In Korea herrscht Schulpflicht für Grund- und Mittelschule Die meisten koreanischen Grundschulen sind öffentlich und das Kind hat eine der Schulen in seinem Wohnviertel zu besuchen. Die Klassenstärken liegen hier in Seoul um die 25 Kinder pro erste Klasse. Es gibt aber auch Wohnviertel in Seoul, in denen eine Schule elf oder zwölf erste Klassen mit jeweils 35 Schülern in der ersten Klasse hat. Wer es sich leisten kann, schickt sein Kind auf eine private Grundschule. Hier sind die Klassen meist kleiner, die Betreuung ist individueller und die Schulen sind in der Regel besser und moderner ausgestattet. Die Wartelisten für einige bekannte Grundschulen in Seoul sind aber lang, verkürzt werden können sie z.B. durch finanzielle Zuwendungen. Unterrichtet werden in der Grundschule Koreanisch, Mathematik, Naturwissenschaften, Sozialwissenschaften, Englisch und ab dem 3. Grundschuljahr, Kunst, Musik, Sport und ethisch-moralische Erziehung.

Mittelschule
Nach dem Abschluss der Grundschule geht es weiter auf die dreijährige Mittelschule. Heute werden die Kinder nach Wohnort den einzelnen Schulen zugeteilt, manchmal nach Los, so dass die Schulen mittlerweile insgesamt gleicher im Niveau geworden sind. Vor den eigentlichen sechs Stunden regulärem Unterricht pro Tag gibt es noch Morgenunterricht und eine 7. Stunde speziellen Zusatzunterricht am Nachmittag - bevor es dann wieder in die Hakweons weitergeht. Jeder zweite Samstag ist an den koreanischen Schulen mittlerweile frei. In der Mittelschule werden dieselben Fächer wie in der Grundschule Unterrichtet, nur dass Geschichte, Hauswirtschaft, chinesische Schriftzeichen, zweite Fremdsprachen wie Chinesisch, Japanisch, Deutsch, Französisch, Spanisch, Russisch und Arabisch als Wahlfächer hinzukommen. Die zweiten Fremdsprachen werden aber nicht in allen Mittelschulen angeboten, vielleicht abgesehen von Chinesisch und Japanisch. Auf Mittelschulebene gibt es mehr private Schulen als auf Grundschulebene, die natürlich besonders beliebt sind. Vor allem die Noten werden von Jahr zu Jahr wichtiger, denn sie entscheiden, ob man es auf eine der begehrten Fremdsprachenoberschulen schafft, auf eine gute oder normale allgemeinbildende Oberschule oder auf eine Berufsoberschule. Auch die Mittelschüler kommen um die Hakweons nicht herum. Für einen Mittelschüler endet der Schultag oft erst um 23 Uhr.

Oberschule
Nach der Mittelschule kommt die dreijährige Oberschule. Bei den Oberschulen gibt es neben den allgemeinbildenden Oberschulen noch naturwissenschaftliche Oberschulen, Fremdsprachenoberschulen und Kunstoberschulen, wobei der Anteil der privaten Schulen auf dieser Schulstufe ziemlich groß ist. Zugang erhält man entweder auf Grund der Mittelschulnoten oder spezieller Aufnahmetests, die die privaten und spezialisierten Schulen abnehmen können. Für Schüler, die nach der Oberschule nicht unbedingt auf die Universität wollen, bzw. die den Besuch einer zweijährigen Fachhochschule anstreben, gibt es auch Berufsfachoberschulen. So gibt es landwirtschaftliche Oberschulen, technische Oberschulen, Handelsoberschulen, Oberschulen für Fischerei und Oezanographie, industrielle und hauswirtschaftliche Oberschulen. Hier folgt man einer Art dualem System, d.h. es gibt Kooperationen für praktisches Training in Unternehmen oder Handwerksbetrieben. Die Oberschulzeit, in der der Schwerpunkt auf den zukunftsentscheidenden Fächern Mathematik, Koreanisch und Englisch liegt, gefolgt von Natur- und Sozialwissenschaften, ist für die koreanischen Oberschüler am härtesten. Die Hakweons werden nicht nur nach dem Unterricht, sondern auch samstags und sonntags besucht, vier bis fünf Stunden Schlaf gelten als ausreichend. Ziel ist ein möglichst gutes Abschneiden bei der Suneung-Reifeprüfung, die darüber entscheidet, auf welche Universiät man es schafft. Die Universitäten in Korea unterliegen nach amerikanischem Vorbild einem rigorosen Ranking, interessanterweise durch die führenden konservativen Zeitungen des Landes.

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